Eigentlich sollte bis zum Jahresende 2009 eine neue bundesweite Lösung für die Entsorgung von alten Medikamenten in Apotheken gefunden werden, doch eine endgültige Einigung ist nicht in Sicht. Immer noch verhandeln der Deutsche Apothekerverband mit den Herstellerverbänden und dem Entsorgungsanbieter VfW wie man ein kostenfreies Rücknahmesystem von alten Medikamenten über Apotheken anbieten kann.
In unserem früheren Beitrag Wie werden Medikamente aufbewahrt? haben wir empfohlen alte und abgelaufene Medikamente zu entsorgen, am besten in der Apotheke. Doch eine Rücknahme dieser alten Medikamente über die Apotheke ist bisher nicht zentral geregelt und die Apotheke ist dazu auch nicht verpflichtet. Bisher wurden die Medikamente einfach aus Kulanz von den jeweiligen Apotheken zurückgenommen und von diesen kostenintensiv entsorgt. Aber im Laufe des Jahres wurde die Situation noch undurchsichtiger, denn mit der Änderung der Verpackungsverordnung hatte der EntsorgungsanbieterVfW sein eigenes und bis dahin kostenfreies Abholsystem zum 1. Juni eingestellt, die Apotheken sind nun an der Reihe und müssen eine eigene Lösungen finden.
Zwar gibt es seit August eine weitere Lösung von VfW, mehr als 2000 Apotheken nehmen bislang bundesweit teil, doch das System Remedica hatte im Vorfeld bei den Apothekern weit mehr Interesse hervorgerufen als nun zu erkennen ist. Die Apotheken sind also mit dieser Lösung nicht ganz einverstanden.
Das System Remedica funktioniert so, dass mit Hilfe des Herstellers Wepa (Apothekenbedarf) spezielle Müllsäcke für die Altmedikamente geordert werden können, die Entsorgung dieser Säcke übernimmt dann die VfW. Die Kosten für diese Entsorgung liegen dann bei ca. 5,-€ pro Sack, inklusive Lieferung, Abholung und Entsorgung.
In Berlin gibt es derzeit eine regionale Lösung, die Berliner Medi-Tonne läuft aber eher langsam an. Nach Aussage der Berliner Stadtreinigung (BSR) beteiligen sich derzeit nur ca. 25% der Apotheken in den 3 Testbezirken. Mitte Dezember soll die Berliner Medi-Tonne auf ganz Berlin ausgeweitet werden.




