Ab und an hört man den Begriff “OTC-Arzneimittel” oder auch “OTC-Medikamente” oder “OTC-Produkte”. Doch was sind OTC-Arzneimittel?
Freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich: OTC-Arzneimittel
Der Begriff “OTC” kommt aus dem englischen (“Over the counter”) und bedeutet ins Deutsche übersetzt “über die Ladentheke” und bezeichnet frei verkäufliche aber apothekenpflichtige Medikamente die nicht verschreibungspflichtig oder rezeptpflichtig sind. Dies regelt der Parapraph 48 des deutschen Arzneimittelgesetzes. Dort ist beschrieben, dass Medikamente dann als nicht als verschreibungspflichtig eingeordnet werden, wenn sie keine Gefährdung für den Anwender darstellen, wenn dieser sie bestimmungsgemäß gebraucht, auch ohne die Überwachung eines Arztes.
Werden die Kosten für freiverkäufliche Medikamente von der Krankenkasse übernommen?
Die Kosten für nicht verschreibungspflichtige Medikamente werden grundsätzlich nicht mehr von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen. Ausnahmeregelungen gibt es im Sozialgesetzbuch V, dort ist im Paragraph §34 geregelt, dass weiterhin eine Kostenübernahme bei Kindern 12 und Jugendlichen bis 18 stattfindet, wenn diese Entwicklungsstörungen aufweisen.
Die private Krankenversicherung (PKV) erstatten den Versicherungsnehmern die Kosten dieser OTC-Medikamente, die von der Medizin anerkannt wurden oder in der Alternativmedizin in der Praxis bewährt haben, genaue Regelungen müssen den Verträgen der privaten Krankenversicherung entnommen werden. Voraussetzung ist aber immer, dass für das OTC-Medikament eine entsprechende ärztliche Verordnung vorliegt.
Wie hoch sind die Anteile der OTC-Medikamente am Gesamtmarkt?
OTC-Arzneimittel spielen im Rahmen der Selbstmedikation eine sehr große Rolle im deutschen Pharma-Markt und speziell bei Versand-Apotheken. Für gesetzliche Krankenkassen haben sie wegen des weitgehenden Ausschlusses der Kostenübernahme nur noch eine sehr geringe Bedeutung, der Umsatzanteil liegt bei ca. 3 %. Bei der privaten Krankenversicherung beträgt der Anteil von OTC-Arzneimitteln am Arzneimittelumsatz etwa 10,5 %. Vor allem im Versandhandel der Versandapotheken ist ein enormer Zuwachs an Absätzen zu verzeichnen, allerdings steigt die Zahl der verkauften Packungen etwa doppelt so schnell wie der Umsatz. Das weißt darauf hin, dass die Preise der in der Apotheke freiverkäuflichen Medikamente immer weiter sinkt.




